Leyla und ihre Freundin Linda aus Köln treffen sich im Sommer in der Türkei. Linda ist Gast bei Leylas Familie in Ayvalik und zusammen feiern sie Ramadan. Für Linda wird es eine besondere und unvergessliche Erfahrung: mit dem Mitternachts-Trommler, den Kanonen-Schuss und die traditionelle Ramadan Festlichkeiten taucht Linda in eine Kultur ein die sie nur teilweise aus Deutschland kennt. Dieses Buch zeigt kulturelles Verständnis und Offenheit auf der Ebene der Freundschaft zweier Kinder. Wunderschön illustriert, "Leyla und Linda feiern Ramadan" ist eine Brücke zwischen zwei Kulturen.

ISBN:978-3939619093 (gebundene Ausgabe), Talisa Verlag, 2011Kaufen bei amazon.de

 

Unterrichtsmaterial und Ausmalbilder zum Buch

Rezensionen



Leyla stammt aus der Türkei und lebt mit ihren Eltern in Deutschland. Der alljährliche Besuch bei den Großeltern in der Türkei findet in diesem Sommer während des Ramadan statt. In einfachen Worten wird auf Deutsch und Türkisch erzählt, was zum islamischen Fastenmonat gehört. Vom Wecken durch den Trommler bis zu den Mahlzeiten im Dunkeln nimmt Leyla, die noch nicht fastet, an den Ereignissen teil. Ein Besuch ihrer deutschen Freundin Linda wird zum Anlass, die Bräuche rund um Ramadan genau zu betrachten. Linda erkundigt sich nach den Gebeten, fragt nach dem Müezzin und nach Mekka. Schön am Ende der Hinweis, dass sich Linda an Weihnachten erinnert fühlt, der Kindern den Stellenwert dieses Festes für die Muslime verdeutlicht, das für sie so wichtig ist wie Weihnachten für die Christen. Die Illustrationen veranschaulichen den Text, der den gelungenen Versuch unternimmt, Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen zu bauen, indem er über Unterschiede informiert (vgl. die engl. Ausgabe, ID-B 50/11). Sehr gern breit für Kinder im Kindergartenalter empfohlen und sicher auch im schulischen Bereich verwendbar.

Andrea Wanner

ID bzw. IN 2011/50, ekz Bibliotheksservice



Leyla, ein türkisches Mädchen aus Deutschland, verbringt ihren Sommerurlaub jedes Jahr mit ihren Eltern in der türkischen Hafenstadt Ayvalik, wo ihre Großeltern und Verwandten leben. In diesem Jahr fällt ihre Urlaubsreise genau in den Fastenmonat Ramadan.

Leyla fühlt sich wohl in Ayvalik und genießt das bunte Treiben auf dem Markt und am Strand. In diesem Jahr ist manches anders, weil während ihrer Urlaubszeit auch der Ramadan stattfindet, wo die Erwachsenen während des Tages fasten und erst nach Sonnenuntergang etwas Essen und Trinken dürfen. Sie machen dadurch die Erfahrung, wie es "für sehr arme Menschen ist, eine lange Zeit nichts zu essen und zu trinken (8)."

Als Kind braucht Leyla noch nicht fasten und kann die Ramadanzeit ganz unbeschwert wahrnehmen. Sie verfolgt den Trommler, der die Menschen in der Nacht zum Essen weckt und dabei fröhliche Melodien und Reime singt.

In diesem Jahr erhält Leyla Besuch von ihrer Freundin Linda, die auf der nahe liegenden Insel Lesbos mit ihrer Mutter Urlaub macht und das Ende der Fastenzeit noch mit ihrer Freundin miterleben kann. Leylas Großvater erklärt Linda die Aufgabe des Muezzins und die Bedeutung des Gebets für Muslime. Als die beiden Familien zu Abend essen, wird mit einem lauten Kanonenschuss die Fastenzeit beendet. In den folgenden zwei Tagen erfährt Linda viel aus dem religiösen Leben ihrer Freundin Leyla.

"Für Linda waren die zwei Tage abenteuerlich und aufregend. Ihre Teilnahme an der Ramadan Feier erwärmte ihr Herz, denn es erinnerte sie an die Weihnachtszeit die sie mit ihrer eigenen Familie verbringt." (34)

Arzu Gürz Abay gelingt es geschickt, wissenswertes über den Islam und speziell über den Fastenmonat Ramadan mit einer liebenswerten Freundschaftsgeschichte zu verknüpfen. Die freundliche Aufnahme der deutschen Familie und ihr Mitwirken am religiösen Leben, hilft die Neugier und das Verständnis der jungen Leserinnen und Leser für kulturelle Unterschiede und religiöses Brauchtum zu wecken. Verständlich und kurzweilig werden dabei auch wichtige Rituale erklärt und Hintergrundinformationen geboten.

"Leyla und Linda feiern Ramadan" ist ein überaus schön gestaltetes Buch, das ein wichtiges religiöses Fest aus muslimischer Sicht beschreibt und allen jungen Leserinnen und Lesern gerne weiter empfohlen werden kann. Das Buch ist als zweisprachige Ausgabe sowohl in Deutsch und Türkisch als auch in Deutsch und Englisch erhältlich.

Andreas Markt-Huter, 18-01-2012

Tiroler Bildungsservice (Landesschulrat),  Österreich



Eingebunden in eine schöne Kinderfreundschaft erzählen Arzu Gürz Abay und Sibel Demirtaş die Geschichte des türkischen Mädchens Leyla und ihrer deutschen Freundin Linda, die beide in Köln wohnen.

In den Sommerferien besucht Leyla die Großeltern in Ayvalik, und weil Lindas Familie gar nicht so weit davon entfernt Ferien macht, ist sie mitsamt den Eltern ein paar Tage bei den türkischen Freunden eingeladen – Zeit genug, all das zu entdecken, was anders und neu für Linda ist. Und dieses Anderssein wird ganz bewusst dargestellt und empfunden: als etwas, das das eigene Leben bereichert und die Erfahrungen erweitert. Unvergessliche Erlebnisse, sehr schön ausgewählt: Hier gibt es keine Theorie, keine langatmigen Erklärungen; hier kommt Leyla zu Wort, die Linda völlig altersgerecht erklärt, was sie da sieht, was sie erwarten wird und was das bedeutet. Das weckt Spannung, Interesse, Aufmerksamkeit, und am Ende steht das Verständnis.

Und wir wissen: Angst haben muss man nur vor etwas, das man nicht versteht, weil es manchmal bedrohlich wirkt oder man es völlig falsch interpretiert.Kinder sind von Natur aus offen und vorurteilsfrei, gehen interessiert an Fremdes heran, wenn man sie nur lässt, saugen wie ein Schwamm Informationen und setzen sie in ihr eigenes Leben um. So auch Linda.

Schon Kinder, die nicht lesen können oder die gerade niemanden parat haben für das Vorlesen, verstehen große Teile des Buches, weil Sibel Demirtaş es so schön illustriert hat, fröhlich, unbeschwert, bunt, als Türkin natürlich fehlerfrei, mit Betonung all dessen, was wirklich wichtig ist. Ihre Bilder fangen das oft ungewohnt bunte Treiben ein, zeigen das so andere Aussehen von Gotteshäusern, werfen einen Blick in das alltägliche Leben der (Groß-)familie und zeigen doch trotz allem Ähnlichkeiten auf und das, was verbindet. Dabei erfährt Linda viel über die Religion, die einen noch anderen Stellenwert einnimmt als bei uns, und den Alltag prägt, ganz besonders im Fastenmonat Ramadan.

Brauchtum, Verhaltensweisen, Ereignisse werden unmittelbar aus der Sicht beider Kinder erlebt. Dem deutschsprachigen Text auf der linken Seite der Aufschlagseiten steht rechts der türkische gegenüber – und die Bilder sind die Brücke zwischen den beiden Kulturen und Religionen.

Dr. Astrid van Nahl, © www.alliteratus.com 2012



Der Schreibstil des Buches ist für Kinder sehr angenehm. Er passt sich nämlich dem Stil der Kinder an, sodass diese alles verstehen und zudem auch sich in die Lage von Leyla oder auch Linda versetzen können. Besonders dadurch, dass die ganze Geschichte zudem auch noch ins Englische übersetzt wurde, gibt dem Buch einen Pluspunkt, da somit auch die englische Sprache den Lesern näher gebracht werden kann.

Passend zu den Textabschnitten sind auch immer wieder Illustrationen vorhanden. Diese sind sehr gut getroffen worden und bestens dargestellt. Gerade durch die hellen Farbtöne und der Realitätsnähe wirken die Bilder sehr ansprechend. Zudem wird damit auch das Verstehen des Buches sehr vereinfacht, was dazu beiträgt, dass man sich alles sehr gut bildlich vorstellen kann.

Meine Meinung:

Gerade deshalb, weil ich eine kleine Nichte habe und auch ich selbst von der Ramadanzeit betroffen bin, stand für mich fest, dass ich das Buch meiner Nichte vorlesen zu muss. Gleich habe ich mit dem Buch begonnen und war positiv überrascht, denn der Schreibstil der Autorin war sehr angenehm. Auch die Bilder, die passend zu jedem Textabschnitt beigefügt worden sind, vereinfachen den Kindern das Vorstellen der einzelnen Passagen. Ein durchaus gutes Buch!

Fazit:
Ein gelungenes Buch, das vielen Kindern sowohl die Kultur der Türkei, als auch den Ramadan näherbringt. Mit einem guten Schreibstil und einer interessanten Umsetzung wird eine eher schlichte Idee den Lesern sehr gut nahe gebracht, sodass diese in eine Welt voller traditionellen Ereignissen eintauchen können.

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